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Mordechai Gumpel

Mordichai Gumpel

 

Mordichai Gumpel

Following Mordechai Gumpel's exhibition titled "Mosaic of dreams" (2004, Curator: Galia Bar Or)

This Exhibition's catalogue book is available for purchase at the Museum book shop

By Galia Bar Or

Siebenundzwanzig Jahre alt war Mordechai Gumpel, als er in Pal?stina ankam und ein Mitglied des Kibbuz Sde Nachum im Bet Shean wurde, fast ein „alter Mann“ in jenen Zeiten. Man schrieb das Jahr 1939, der Kibbuz war drei Jahre vorher gegr?ndet worden und Gumpel hatte sich sowohl im Arbeitsleben wie auch sch?pferisch voll eingelebt. Er wurde G?rtner, Melker, Hirte, hochgewachsen und braungebrannt, eine Verk?rperung des neuen Israeli, der in der Gesellschaft und in der Erde des Tales Wurzel geschlagen hatte. Damals schien es, als ob sich der Traum von der Anpassung zwischen Individuum, Natur und Gesellschaft in einem organisch-harmonisch flie?enden Wesen verwirklichte. Kurz nach seiner Ankunft im Kibbuz wurde im Kibbuz seine Kunstbegabung bekannt. Er nahm an den Dekorationen und Ausstattungen f?r die Feiertage teil und leistet einen wichtigen Beitrag zur sich entwickelnden neuen Tradition. So Illustrierte er zum Beispiel einen Animationsfilm zum siebten Jubil?um des Kibbuz (1943); den Text dazu schrieben seine Freunde Even Shoshan und Fichman („Yoash“), auch sie Mitglieder von Sde Nachum. In seinen Dekorationen und Illustrationen (von denen nur noch wenige als Photos existieren), kamen sein Naturtalent und seine Erfahrungen zum Ausdruck. Diese hatte er sich w?hrend seines zweij?hrigen Aufenthalts (1934-1936), in Frankfurt erworben, als er sich im „Studio f?r bildende Kunst" des „Kulturbundes der deutschen Juden, im Atelier von Hermann Lismann fortbildete.

Die Kreise Erweitern Sich

Mordichai Gumpel

Mordechai Gumpel lie? sich nicht im engen Rahmen des Kibbuz festhalten; vielmehr ?ffnete er sich den neuen Kultur- und Kunstkreisen, in denen er sich aktiv beteiligte und oft Initiativen ergriff. In seiner unmittelbaren Umgebung, im „Emek“, schlo? er engen Kontakt mit dem K?nstler Chaim Atar (Aptheker), dem Gr?nder und Leiter des Kunstmuseums in Ein Harod. Chaim Atar und sein Museum waren es, die Gumpel halfen, seine Gef?hle der Trennung von den Kulturzentren Europas zu ?berwinden. Hier konnte er seinen Durst nach fachm?nnischer Unterhaltung, nach lebendigem Kontakt, stillen und sich in der neuen Bibliothek aufhalten. In Chaim Atar sah er seinen „geistigen Vater“ (so im Gespr?ch mit mir), einen wichtigen Sch?pfer, der als Vorbild f?r einen im Kibbuz lebenden K?nstler galt. Atar ?ffnete ihm ein Fenster zu den Malern der Pariser j?dischen Schule, Gumpel lernte diese zusch?tzen aber fand in ihr keine wesentliche Inspiration f?r sein Werk. Atar unterst?tzte den K?nstler Gumpel in jeder Hinsicht, und die beiden arbeiteten oft zusammen. Als Beispiel gilt die Ausstellung, die unter Gumpels fachm?nnischer Hand aus dem Kunstmuseum in Ein Harod nach Sde Nachum ?berf?hrt wurde. Der zweite Kreis, der f?r Gumpels k?nstlerische Laufbahn entscheidend war, war der Kreis der sich in Tel Aviv um den Bildhauer Yitzhak Danziger bildete. Kurz nach seiner Ankunft im Land wurde er Danziger von einer Freundin, Alisa Beck vorgestellt. Anders als der relativ ?ltere Chaim Atar, geh?rte Danziger zu Gumpels Generation. Beide waren in der gleichen Kultur aufgewachsen und hatten eine gemeinsame Muttersprache: deutsch. In jenen Tagen arbeitete Danziger an seiner Skulptur „Nimrod“, und wann immer Gumpels Weg ihn nach Tel Aviv f?hrte, half er ihm bei der Arbeit im Atelier. W?hrend der 40er und 50er Jahre hatte Gumpels Hilfe an Danzigers Arbeit eine systematischere Form angenommen, und dies insbesondere bei der Arbeit an seiner Skulptur „Vogel“, die 1952 bei der Allgemeinen Ausstellung der Israelischen K?nstler gezeigt wurde.1 ?ber Danziger lernte Gumpel auch weitere K?nstler kennen, die aus Deutschland Kamen. Sie wurden allm?hlich Freunde und Verb?ndete in der Kunst, Partner in einem langj?hrigen fruchtbaren Dialog. Zu ihnen z?hlten Shalom Sebba, Rudi Lehmann und auch auch Benjamin Tammuz. Als Yitzhak Danziger und Shalom Sebba auf Besuch nach Sde Nachum kamen, f?hrte sie Gumpel nach Afikim, zu Besuch bei Leo Roth, dem K?nstler und Hirten im Kibbuz, der einen gro?en Eindruck bei den beiden hinterlie?. Infolge dieses K?nstler-Hirten Treffens – Gumpel und Roth - entstand Shalom Sebbas ber?hmtes Werk „die Schur“, die zu einem Meilenstein der israelischen Kunst wurde.

Zwei Tendenzen

Von 1939 an wurde Mordechai Gumpel zur zentralen Figur im Kulturausschu? seines Kibbuz, und war ein aktives Mitglied in der Kibbuz-Hameuchad-Bewegung, zu der auch sein Kibbuz Sde Nachum z?hlte. Im Rahmen seiner Arbeit organisierte er in Givat Hashlosha ein Seminar, und zwar im Jahre 1945, bevor es zu der Gr?ndung des offiziellen Maler- und Bildhauer-Verbandes des Kibbuz Hameuchad kam. Als Leiter zu diesem Seminar f?r Maler und Bildhauer lud er zwei ihm wichtige K?nstler ein: Chaim Atar und Yitzhak Danziger. Die Wahl von Atar, einer f?hrenden Figur unter den Kibbuzk?nstlern, war verst?ndlich,Danziger aber hatte niemals zuvor Kontakt zur Siedlungsgemeinschaft (Hahityaschvut-haovedet), und seine Werke erweckten heftige Kontroversen. Sein Atelier war ein quicklebendiger Treffpunkt f?r Schriftsteller, Lyriker, Bildhauer und Maler und galt sp?ter als Zentrum der „kanaanitischen“ Tendenz in der israelischen Kunst, wenn auch nicht alle seine Mitglieder mit dieser Richtung ?bereinstimmten.
Gumpel kann sich noch heute erinnern, da? sein Vorschlag, Yitzhak Danziger als Seminarleiter einzuladen, keine Begeisterung erweckte, aber Schlie?lich behielt das Seminar die Form, die ihm Gumpel gab.
34 K?nstler aus 25 verschiedenen Kibbuzim nahmen am Seminar teil und die zwei charismatischen leitenden K?nstler repr?sentierten zwei entgegengesetzte Pole in der israelischen Kunst. Im Abschlu?gespr?ch des Seminars ?u?erte sich Gumpel zu den beiden: „Der Vortrag von Danziger ?ber das Zeitalter der kanaanitischen Kunst, und der von Aptheker ?ber die j?dische Kunst in der Diaspora setzten den Rahamen zu unserer Arbeit. Jeder Tag und jeder Ort fordern unsern Einsatz.“2 Wor?ber sprachen Atar und Danziger? Chaim Atar hatte den Kibbuzk?nstlern die j?dische Kunst vorgestellt. Voller Begeisterung und Empfindsamkeit erz?hlte er ?ber den Aufbau der Synagoge in der Diaspora, in der er einen Raum des Gebets sah, aber auch ein Modell der kollektiven Sch?pfung, welches eine Inspiration f?r die Kibbuzk?nstler darstellt. Chaim Atars Bilder zeigten engen Kontakt zur Pariser j?dischen Schule, eine expressive Malerei in ?l auf Leinwand, in der Art Soutines. Yitzhak Danziger empfand keine Verbundenheit zu den j?dischen Zentren in der Diaspora. Er glaubte, es sei viel wichtiger, sein Augenmerk auf die antiken Quellen der Region zu richten und sich von ihnen inspirieren zu lassen. Er glaubte, da? ein Dialog mit den Plastiken der kanaanitischen Kunst als n?tiger Ausgangspunkt f?r die Gr?ndung einer zeitgen?ssischen gemeinsamen neuen Sprache der Landeskunst dienen k?nne.
In Gumpels zusammenfassenden Ausf?hrungen zu dem Seminar sprach er von zwei verschiedenen Tendenzen, „die den Rahmen unserer Arbeit“ bestimmen, als seien diese Tendenzen in ein Riesenprojekt verflochten. Im Grund genommen kam es zu keinerlei Integration zwischen der Kontinuit?t der j?dischen Kunst und der Inspiration aus dem antiken Nahen Osten. Gumpel erz?hlte von Danziger, doch scheint es, da? er auch ?ber sich selbst sprach: „er (Danziger) sah sich als geb?rtiger Israeli, man soll das Verm?chtnis der gesamten 'Sippe' beiseite lassen und sich an die Quellen, den Osten, wenden.“3 Danziger und die Mitglieder seines Kreises (der Dichter Shaul Eshbaal hat es gut ausgedr?ckt)vertraten die Ansicht, man solle die Merkmale der j?dischen Kultur aus der Diaspora hinter sich lassen, (d.h.
die der „Sippe“) und sich mit der Kultur des Volkes, das seine Sprache und sein Land gefunden
habe – Erez Israel und die hebr?ische Sprache- befassen. F?r das hebr?ische Volk in Zion schien die antike Kultur des Nahen Ostens die richtige zu sein; die j?dische Kultur hingegen wurde nur als ein zeitweiliger Ersatz, als F?llung des leeren Raums der in der Diaspora lebenden Sippe gesehen.4 Auch wenn er gro?en Respekt f?r Chaim Atars Wege empfand, neigte Gumpel zu jener Zeit den Ansichten Yitzhak Danzigers zu, einer Vorliebe f?r die archaischen Quellen, die in den kommenden Jahren f?r ihn zum Wegweiser seiner bildhauerischen Arbeit wurden.

Die Bildhauerei

Die erste Steinskulptur Mordechai Gumpels, „Frauenkopf“ (1946), entstand noch zur Zeit, als er Kibbuzmitglied war. Im gleichen Jahr heiratete er Miriam, seine erste Frau, und ihr zuliebe verlie? er 1949 den Kibbuz. Bis zum heutigen Tag sp?rt man in Gumpels Erz?hlung vom Verlassen des Kibbuz eine Note der Trauer und des Verlusts, denn dort sah er den ihm gem??en Arbeits- und Lebensraum. In den kommenden Jahren folgte eine Reihe von „archaischen Skulpturen“, so zum Beispiel der „Widderkopf“ (1949/50, 1989 f?r die Sammlung des Israel-Museums in Jerusalem erworben), „Vogel“ (1950/51), „Orientalischer Kopf“ (1952), au?erdem auch Reliefs in Stein und Holz. Zu jener Zeit war er kein Unbekannter mehr. Die Bilder seiner Arbeiten wurden in „Alef“, der Zeitschrift der Kanaaniter-Bewegung abgedruckt, in der auch die Skulpturen Yitzhak Danzigers und Rudi Lehmanns ver?ffentlicht wurden: Obgleich seine Arbeiten in „Alef“ abgedruckt waren, sah sich Gumpel niemals als „kanaanitischen“ K?nstler. Auf eine Frage zu diesem Thema, die ihm Gideon Ofrath stellte, antwortete Gumpel: „Mein Kontakt zu den Kanaanitern? Ich selber war nie Kanaaniter, der Kontakt lief ?ber Danziger, der selber auch kein Kanaaniter war."5 Mordechai Gumpel wurde von seinen Leuten, den K?nstlern, sehr gesch?tzt und geehrt; dabei hatte er sich nicht um einen Platz im Kreise der Museen und Galerien bem?ht. Nicht immer war es ihm leicht den politischen Nerv derer zu treffen, die in Sachen Kunst das Sagen hatten. Als die „Allgemeine Ausstellung der Israelischen K?nstler“ im November 1952 seine Skulptur „Orientalischer Kopf“ ablehnte, brach in den K?nstlerkreisen ein Sturm los. In seinem Artikel in der Zeitschrift „Masa“, der von einer gro?en Abbildung der Skulptur begleitet war, schrieb Sussia Efron: „Gumpels Arbeiten waren schon oft in Tel Aviv und Jerusalem ausgestellt und genossen gro?es Ansehen (als Beispiel diene nur der „Vogel“, den der K?nstler bei der vorigen Ausstellung gezeigt hat). Und selbst wenn es sich um einen v?llig unbekannten K?nstler handelte, m??te man seine Arbeiten aufgrund ihrer bildhauerischen Qualit?t ausstellen. Diese Ablehnung ist sehr erstaunlich“. Zu Mordechai Gumpel hatten sich die Zeitschrift „Alef“ und auch die linke Zeitschrift „Masa“ ge?u?ert, ein seltener Fall einer alle Grenzen ?berschreitender W?rdigung. Letztendlich kam auch die Anerkennung der Museen, und zwei Jahre nach der Ablehnung seiner Skulptur durch „die Allgemeine Ausstellung der Israelischen K?nstler“, zeigte 1954 das Museum f?r Neue Kunst in Haifa eine Ausstellung seiner Werke, die lobende Kritiken erhielt.

Mosaik

Als seine Skulpturen im Museum in Haifa ausgestellt wurden, war Mordechai Gumpel bereits von einem neuen Weg in Anspruch genommen, der seine Arbeit f?r fast volle 20 Jahre bestimmen sollte: das Arbeiten mit Mosaik und die Entwicklung des architektonischen Reliefs. Seit er in seiner Jugend, die hellenistischen Mosaiken im Berliner Museum kennengelernt hatte, hatte er davon getr?umt, sich in dieser Kunstart zu erproben, und begann auch seine ersten Autodidaktischen Versuche. Noch von Sde Nachum aus besuchte er die arch?ologische St?tten in der Umgebung, wo byzantinische Mosaiken entdeckt worden waren (zwei davon, die in Beth Shean und Beth Alfa, schilderten den Jahrestierkreis). Aber vorerst war dies nur ein Herumtasten. Da kam eine weltber?hmte Kapazit?t nach Israel, Professor Orselli, Leiter der Akademie der Sch?nen K?nste in Ravenna, der von der UNESCO nach Israel geschickt worden war, um den Leuten vor Ort die Restauration und Konservierung antiker Mosaiken beizubringen; das war im Jahr 1953. An der Seite Professor Orsellis arbeitete Gumpel an der Restaurierung der Mosaiken in Israel; dabei erlernte er die Technik der Mosaikarbeit und befreundete sich mit ihrer Vielfalt. Die Ausstellung „Die Renaissance der Mosaikkunst in Israel“ wurde im Januar 1957 im Haifaer Museum er?ffnet. Yona Fischer, der Kunst-Berichterstatter der Tageszeitung „Lamerchav“ schrieb damals: „In den letzten zwei Jahren sehen wir im Lande eine Renaissance der Mosaikkunst. Die Technik hat ziemlich schnell Fu? gefa?t und wird h?ufig angewandt. Dank des Besuchs des Herrn Professor Orselli... ist direkt oder indirekt der Wert der Mosaikkunst in den Augen mehrerer junger K?nstler gestiegen.“6 Perli Pelzig, Zvi Gali, Chaya Fischendler, Arie Koren, Van den Berg, Dudo Shenhav und selbstverst?ndlich Mordechai Gumpel waren unter den K?nstlern, die an der Ausstellung teilnahmen. Die Renaissance der Mosaikkunst entsprach dem herrschenden Zeitgeist, der Suche nach einer lokalen Identit?t; sie war verbunden mit dem wachsenden Interesse an der Arch?ologie, einem wichtigen Bestandteil der Aufbaugeschichte der Nation. Aus dem Jahre 1955 stammen Gumpels erste selbst?ndige Mosaikarbeiten; In dieser Technik, schaffte er bis 1974 gro?fl?chigen Arbeiten, wie zum Beispiel Fu?b?den („Jahrestierkreis“ Paris, 1963) oder Wande (so „Feigenernte“, London 1958), die sich in verschiedenen Geb?uden in Israel und im Ausland befinden. Zus?tzlich zur Mosaiktechnik bediente er sich auch anderer Techniken, wie zum Beispiel des Sgraffito (Auftragen verschiedenfarbigen M?rtelschichten, anschlie?end Einkratzen von Figuren nach Umrisszeichnung),des in Beton gegossenen Reliefs, W?nde aus geschnittenen Eisenplatten, Eisenreliefs u.a. Mordechai Gumpel wurde der bedeutendste Mosaikk?nstler in Israel. Er entwickelte seine eigene Arbeitsmethode, die ausschlie?lich auf Handarbeit basiert. Er konzentrierte sich auf die nat?rlichen Steinfarben des Landes, vertiefte sich in den Aufbau monumentaler Kompositionen, in die Wahrnehmung der zwei Dimensionen der W?nde, in den Grundlagen der Formgebung. ?hnlich wie seine Freunde Shalom Sebba und Rudi Lehmann entfernte sich Gumpel vom romantischen Image des K?nstlers und betonte in seinem Werk das Handwerkliche als ethisches Element mit sozialer Bedeutung. Ein tiefes Verst?ndnis des Idioms der Kunst und dessen historischen Schichten war ein wesentlicher Punkt f?r den K?nstler, der in seiner Arbeit eine Kommunikationsbr?cke (d.h. eine gemeinsame Sprache) zwischen den einzelnen Individuen in der Gesellschaft herstellt. Gumpel schuf keine Kunstobjekte f?r die Museen; Er war niemals auf der Suche nach dem Ruhm. Der K?nstler Gumpel glaubte an eine Kunst, die in Leben und Gesellschaft integriert war, eine Kunst die unauff?llig die Umgebung beeinflu?t. Diesbez?glich verwirklichte er auf seiner eigenen Weise das Postulat Chaim Atars von der synagogalen Kunst als Modell kollektiver Arbeit. Und so sagte Mordechai Gumpel im Jahre 1979: „Eines der Dinge, von denen ich ?berzeugt war, ist, da? wir jene allgemeine Stimmung hervorbringen m?ssen, nach der wir ?berall in Lande streben... Eines meiner Ziele ist die Ausschm?ckung von Speises?len (Soltam, Elektrizit?tsgesellschaft Haifa, “Dagon“ Silo, Haifa), das Essen zu adeln, eine Atmosph?re des Dankes f?r die Speisen zu schaffen, den Ort zu einem kunstmedium zu erh?hen, ihm eine zus?tzliche Perspektive zu schenken. Als Beispiel m?gen die „Angelobung Samuels“ f?r eine religi?s orthodoxe Schule, die „Arche Noah“ ein Wandschmuck f?r Schutzr?ume dienen. Immer wieder eine Assoziation, die empor, nach oben weist.“7

Weke auf Papier

Eng mit der Arbeit an Mosaiken schuf Gumpel Werke auf Papier. Seit beginn seiner Laufbahn hat er gezeichnet und mit Gouache und Aquarellfarben gemalt; er schnitt in Holz und schuf Collagen. Durch die Arbeit auf brachte zus?tzliche Dimensionen hervor, die bei der schweren Mosaikarbeit nicht zum Ausdruck kamen. Diese Arbeiten erm?glichten den Ausdruck einer intimen, suggestiven Welt, reich an innerer seelischer Bewegung. Mit Hilfe des Materials und seiner Sprache wurden komplexe Verh?ltnisse gestaltet, die zwischen Tiefen, Massen, Schatten, Form und Raum variieren. Die Papierarbeiten f?hren eine Korrespondenz mit den Mosaikarbeiten, mit einem fragilen und wechselnden System, das aus einzelnen Molek?len besteht. Nichtsdestoweniger er?ffnen die Papierarbeiten eine neue emotionale Frequenz: blo?gestellte Fasern das zerrissene farbgetr?nkte Reispapier, eine zerflie?ende Handschrift, Tropfen, Gravierung; Eine Welt fl?chtiger Verh?ltnisse, zwischen dem Logischen und dem Zuf?lligen, zwischen Realit?t und Traum. „Collagen“, sagt Gumpel (Sommer 2002), „sind auf keinen Fall Arbeit in harten Materialien. Es ist f?r mich das Medium, neue Werte zu erkennen und ihnen Form zu geben. Was ich mir w?nsche: Gesundheit und bleibende Erneuerungskraft, das zu verwirklichen, was mir vorschwebt.“

1. The sculpture Bird was commissioned for installation in Petach Tikva but because of pressure placed by religious elements the commission was cancelled, and the sculpture was installed at “Ohallo” in the Jordan Valley. Its luck did not improve – because of unstable installation the sculpture fell, broke, and it was not possible to mend it.

2. Taken from the concluding discussion of the seminar for painters and sculptors held at Givat Hashlosha on 31.10.1945. Excerpts of the discussion were published in Zror Mictavim [Bundle of Letters] vol. VI, issue 171, 25.11.1945.

3. Amira Padan and Tirza Yom-Tov, Mordechai Gumpel Israeli Artist, Seminar work within the framework of the Department of Art History, Haifa University, October 1979, p. 39.

4. Shaul Eshbaal, “Without Culture” in: Benyamin Tammuz (ed.), The Story of Israeli Art, Massada, 1980, p. 132 (the chapter written by Gideon Ofrat) (Hebrew).

5. Tammuz, 1980, p.132.

6. Yona Fischer, “The Resurrection of Mosaic,” Lamerhav [The Expanse], 18.1.1057.

7. Amira Padan and Tirza Yom-Tov, 1979, pp. 41–42.